agrarzeitung 51-52
Steht der Biber bald auf der Speisekarte?
Quelle: agrarzeitung 51-52 2025 Heft vom 19.12.2025, Seite 2


agrarzeitung 51-52 vom 19.12.2025 Seite 2

Steht der Biber bald auf der Speisekarte?

VorstoĂź des Bauernverbands Brandenburg

Bundesweit soll es nach Schätzungen um die 40000 Biber geben, und die sorgen für Diskussionen. Einige sehen den Nager als Landplage – andere als hilfreichen Landschaftsplaner und schützenswertes Tier, heißt es in einem Bericht von Spiegel online. Brandenburgs Bauernpräsident Henrik Wendorff würde es auf der Speisekarte nicht verschmähen. „Es ist ein attraktives Nahrungsmittel mit hochwertigem Fleisch“, sagte er laut dem Bericht der Nachrichtenagentur dpa. Der Biber sei Vegetarier und bei der Auswahl der Pflanzen wählerisch.

Einst galt er als nahezu verschwunden in Deutschland und wurde dann unter strengen Schutz gestellt. Seit der Wende habe sich der Biber deutlich vermehrt. Dem Bauernverband zufolge werden in Brandenburg um die 200 Biber im Jahr geschossen. Dabei gehe es um Fälle, in denen sie Schäden angerichtet hätten. Es gebe Forderungen, den Biber, der erhebliche Schäden anrichten kann, künftig ins Jagdrecht aufzunehmen und ihn leichter schießen zu dürfen. Laut dem Bundesnaturschutzgesetz ist es verboten, den Biber zu fangen, zu verletzen oder zu töten. Er sei in der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU als streng geschützte Art aufgeführt. Bundesagrarminister Alois Rainer (CSU) stellte jedoch in einem Interview im Oktober den besonderen Schutzstatus infrage und forderte – ähnlich wie beim Wolf – eine Überprüfung auf EU- Ebene, so Spiegel online.

Bislang dürften Biber nur in Ausnahmefällen mit amtlicher Genehmigung „entnommen“ werden, wie es im Fachjargon heißt. Dies sei zuletzt etwa der Fall gewesen, weil eine Gefährdung für die Sicherheit der Hochwasserdeiche an der Oder und beim Flughafen BER gesehen worden sei. Fleisch und Fell könnten dann privat verwertet werden. Auf eine offizielle Speisekarte in Gaststätten dürfe der Biber nicht. Biber fällen mit ihren Schneidezähnen ganze Bäume und bauen Dämme, die zu Überschwemmungen führen könnten. Es komme zu Konflikten mit der Landwirtschaft, die wirtschaftliche Schäden beklage.

Bei der Kirche im Mittelalter seien die Tiere als gute Schwimmer und mit schuppigem Schwanz als Fisch durchgegangen – und landeten in der Fastenzeit auf dem Teller. Als größtes Nagetier Europas erreicht der Biber (Castor fiber) samt Schwanz eine Größe von etwa 1,30 Meter, so Spiegel online weiter.

Olaf Schultz